Benjamin Yusupov

Biographie

Benjamin Yusupov wurde 1962 in Duschanbe, Tadschikistan, geboren. Von 1981 bis 1990 studierte er am Moskauer Tschaikowsky Konservatorium Klavier, Komposition, Musiktheorie und Dirigieren. 1990 emigrierte er nach Israel, wo er 2001 an der Bar-Ilan-Universität zum Dr. phil. promovierte. Ein ganz aussergewöhnlicher Künstler – Komponist, Dirigent und Pianist – also, den die Sommets Musicaux für ihre Ausgabe 2014 als Composer in residence gewonnen haben.

«Eines der wichtigsten Anliegen meiner Arbeit und das Ziel meines musikalischen Schaffens ist es, den Zuhörern starke, unvergessliche Emotionen zu bescheren und ihnen das Gefühl zu vermitteln, ein Wunder erlebt zu haben, wie es nur einmal im ganzen Leben geschieht», erklärt der Musiker.

Benjamin Yusupov vereint in sich die Persönlichkeiten eines Schöpfers und eines Philosophen. Er möchte nicht nur Musik schreiben, sondern seine eigene Sprache finden, die alle Stile umfasst, von der klassischen Musik bis zur Rockmusik. So erstreckt sich sein Interesse denn auch auf alle Kulturen und alle Musiken der Welt. Ausgehend von diesem Reichtum, schafft Benjamin Yusupov eine persönliche, einzigartige musikalische Welt, die Universalität erlangen kann: Sein Ansatz verbindet die Kompositionsregeln der verschiedenen ethnischen Traditionen mit den modernen Werkzeugen der westlichen Komposition. Gleichzeitig interessiert er sich besonders für Timbre und Klangfarbe, die für ihn wichtige strukturelle Element darstellen. Er setzt die Klänge von exotischen Instrumenten ein und schafft gleichzeitig «exotische» Klänge für die Instrumente des traditionellen Sinfonieorchesters.

Auch als Dirigent ist Benjamin Yusupov äusserst aktiv. 1987 wurde er zum Chefdirigenten des philharmonischen Orchesters von Duschanbe ernannt, wo er ein riesiges Repertoire klassischer Musik einführte – von Beethoven bis Rachmaninow und von Tschaikowsky bis Mahler, Schostakowitsch und Prokofjew. In der ehemaligen Sowjetunion dirigierte er Orchester wie das Moskauer Rundfunkorchester oder die philharmonischen Orchester von Gorki, Alma-Ata und Saratow. Seit seiner Übersiedlung nach Israel hat Yusupov alle grossen Orchester des Landes dirigiert, darunter das Israel Philharmonic Orchestra, das Sinfonieorchester von Jerusalem und das Israel Chamber Orchestra. Sein europäisches Debüt als Dirigent gab er beim Sinfonieorchester Island und bei der Amsterdam Sinfonietta im renommierten Concertgebouw. Es würde zu lange dauern, alle Klangkörper aufzuzählen, die unter seinem Taktstock gespielt haben … Nennen wir nur einige wenige, darunter das London Symphony Orchestra, das Luzerner Sinfonieorchester, das Vlaams Radio Orkest und das Hradec Králové Philharmonic.

Seine Zusammenarbeit mit dem Violinisten Maxim Vengerov ist geprägt von der Komposition des Konzerts für Viola und Orchester, des Viola-Tango-Rock Concerto (2005), das international höchste Anerkennung fand. Dieses völlig neuartige Werk verlangt vom Solisten, dass er nicht nur Viola spielt, sondern auch auf der elektrischen Gitarre improvisiert und Tango tanzt … Als Gast zahlreicher Festivals – etwa denen von Belgrad, Brüssel, Wiesbaden oder Genua – ist Benjamin Yusupov an der Seite von Maxim Vengerov auch als Pianist aufgetreten.

2008 komponierte er sein Cellokonzert, ein Auftragswerk des Luzerner Sinfonieorchesters, des Israel Philharmonic und des London Philharmonic Orchestra, das er dem Cellisten Mischa Maisky zum 60. Geburtstag widmete.

Die Werke des Komponisten wurden von den namhaftesten Orchestern interpretiert, darunter das kanadische Orchestre philharmonique du Nouveau Monde, das Israel Chamber Orchestra, die Dresdner Sinfoniker, das Sinfonieorchester von Lissabon, das Bogota Philharmonic Orchestra und das Israel Philharmonic Orchestra. Er gastierte auch weltweit an zahlreichen Festivals.

Benjamin Youssoupov gewann verschiedene Preise, so den Clone-Preis (1992), den Sherover Award (1993), den Preis des israelischen Ministerpräsidenten (1999), den israelischen ACUM Preis für die beste Komposition (2002, 2004) sowie den Landau Award for the Performing Arts (2007).

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